Thuburbo Majus
Merkur-Tempel
Römische Gründung

Thuburbo Majus
Im Jahre 27 v. Chr. gründet Kaiser Augustus dort eine Kolonie, in der römische Veteranen leben sollten. Die Stadt entwickelt sich schnell und erhält in 128 n. Chr. den Rang einer Hauptstadt. Sie erreicht ihren Höhenpunkt zwischen 150 und 250 n. Chr. Um etwa 190 n. Chr. wird sie römische Kolonie. Auf dem Stadtgebiet entstehen viele Monumente und Villen, die mit kostbarem Marmor geschmückt sind. Nach Jahren des Niedergangs wird sie durch Kaiser Konstantin restauriert und erhält den Namen "Respublica Felix Thuburbo Majus". Die Stadt hat zu diesem Zeitpunkt etwa 1000 Einwohner.
Invasion der Vandalen

Thuburbo Majus
Die Invasion der Vandalen bringt dann einen weiteren Niedergang: Zerrissen durch theologische Streitereien zwischen verschiedenen christlichen Fraktionen reduziert sich die ehemals so stolze Stadt auf die Bedeutung eines Dorfes. Verlassen nach der arabischen Eroberung versinkt der Standort dieser Stadt ins Vergessen. Im Jahre 1857 wird sie vom dem französischen Archäologen Charles Tissot wieder entdeckt. Thuburbo Majus ist einer der großen römischen Standorte in Tunesien. Das Kapitol von Thuburbo Majus ist eines der wichtigsten Foren des römischen Afrika.

Thuburbo Majus
Merkur Tempel
Zu sehen ist heute die Basis mit einigen korinthischen Säulen, von denen 4 wieder aufgestellt worden sind. Die Säulen sind ca. 8,5 m hoch. Die Cella enthielt eine Statue von Jupiter. Sie war etwa 7 m hoch und steht heute im » Bardomuseum von Tunis. Zwei Tempel begrenzen das quadratische Forum (45 x 45m): Der Merkur-Tempel ist der interessanteste. Wieder aufgerichtet 211 n. Chr. zeigt er eine Säulenhalle mit acht Kolonnen in Kreis. Der Friedens - Tempel entstammt punischer Architektur.
Im Südwesten des Forums war die Palästra der Petronier - ein Übungs- und Spielgelände, das im Jahre 225 von Felix Petronius und seinen Söhnen gebaut wurde. Die Säulenhalle ist mit korinthischen Kapitellen geschmückt. Das Mosaik "Der fettleibigen Boxer" (Bardo-Museum) stammt aus dieser Palästra. In einem Winkel findet man ein eingeprägtes Spiel, jenes der "36 Buchstaben".
Video Thuburbo Majus

Thuburbo Majus
Thermen
Die Sommerthermen liegen neben der Palästra und umfassen ein Vorzimmer mit einem Atrium, ein Frigidarium und zwei mit weißen Mosaiken verzierten Schwimmbädern, zwei Tepidarien, einen Trockenofen, ein Caldarium und einen Saal mit drei halbrunden heißen Schwimmbädern. Beim Ausgang der Thermen und direkt neben der Palästra, liegt das Asklepios - Heiligtum und etwas weiter der Tempel von Baalat aus dem 2. Jahrhundert. Gegenüber des Tempels von Baal besitzen die Winterthermen etwa zwanzig Zimmer. Kleiner als jene des Sommers haben sie zum Teil ihre Mosaikverkleidung am Boden bewahrt.

Sehenswertes

Thuburbo Majus
Wasserreservoir
Von Le Fahs oder Tunis kommend biegt man von der Hauptstraße in den Zufahrtsweg nach Thuburbo Majus ab und erreicht drei Minuten später den Parkplatz am Haupteingang. Die antike Stadt liegt in einer weiten grünen Ebene, die im Frühjahr in ein wahres Blütenmeer eingetaucht ist. Vom Kassenhaus geht man zuerst in Richtung Forum mit dem Kapitol und dem Tempel des Friedens.
Forum

Thuburbo Majus
Vom Forum aus ergibt sich ein guter Eindruck von der ehemaligen Größe der Stadt. Jetzt kann man die noch erhaltenen drei Stadttore erkennen - das Südtor westlich des Amphitheaters muß erst noch ausgegraben werden - und erkennt auf der rechten Seite des Forums den Tempel des Merkur. Vom Tempel gelangt man zum Marktplatz und weiter zu den Winterbädern. Von hier geht es zum Tempel des Baal und zum Tempel des Caelestius. 50 Meter weiter befindet sich die Palästra der Petronier.
Dahinter befinden sich die sehenswerten Sommerbäder. Was kann man sonst noch sehen? Die Stadttore sollte man besichtigen, den Pagan-Tempel, der später in eine Basilika umgebaut wurde, den Tempel des Saturn am östlichen Tor, das Trifolium und die Reste des einstigen Amphitheaters. Für die Archäologen gibt es hier noch sehr viel zu tun....! Mir persönlich gefallen haben die Sommer- und Winterbäder mit teilweise sehr schönen Mosaiken.
Weitere Orte:
- » Ghar el-Kebir- Römische Steinbrüche
- » Kerkouane - Cap Bon
- » Korbous - schon in der Römerzeit bekannte Heilquellen
- » Aïn Tébournouk (Tubernuc) - Römische Ruinenstätte bei Bou Arkoub
- » Römische Brücke - bei Bou Ficha
- » Segermes - Henchir Harat
- » Djebel Oust - Römische Thermen (Hammam Oust)
- Ausgrabungen in » Thaenae (Thyna)
- » Römisches Capsa - Gafsa
- » El Kantara und Meninx - Insel Djerba
- » Antikes Cillium - Kassérine
- » Uppenna - Byzantinische Ruinenstätte
- » Agbia - römisch-byzantinische Ruinenstätte (bei Nouvelle Dougga)
- » Neapolis - Nabeul
- » Clupea (Kelibia - Cap Bon)
Bilder aus Thuburbo Majus
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