Campo Santo Teutonico

Vatikan - Deutscher Friedhof

Campo Santo Teutonico, Rom - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Berthold Werner - Lizenz s.u.

Übersicht

Vatikan - Deutscher Friedhof

Campo Santo Teutonico, Rom - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Alexander Z. - Lizenz s.u.



Der Campo Santo Teutonico, auch Camposanto Teutonico oder offiziell "Campo Santo dei Teutonici e dei Fiamminghi" ist ein Friedhof in Rom direkt neben der Vatikanstadt. Das Gelände besteht aus dem Friedhof und mehreren Gebäuden und ist nur von der Vatikanstadt aus zugänglich. Neben dem vollständig von Mauern umschlossenen Gräberfeld gehören dazu die Kirche Santa Maria della Pietà, ein Priesterkolleg und Räume des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft. Wegen seiner historischen Wurzeln schließt der Begriff „Teutonico“ nicht nur Deutsche, sondern alle mit ein, die im historischen deutschen Kulturraum leben, also auch Österreicher, Südtiroler, Deutsch-Schweizer, Liechtensteiner, Luxemburger, Belgier der deutschen Sprachengemeinschaft, Flamen (Fiamminghi) und Niederländer.

Geschichte

Vatikan - Deutscher Friedhof

Campo Santo Teutonico - Bildquelle: Pixelio.de


Der sogenannte "deutsche Friedhof" neben der Basilika von St. Peter ist an der Südseite des vatikanischen Hügels gelegen und seit dem 14. Jahrhundert als "Campo Santo Teutonico" bekannt. Es handelt sich hier um die älteste deutsche Nationalstiftung in Rom. Karl I. - der Grosse (742-814) - hatte auf dem Gelände im Jahr 781 einen Palast für seine Rom-Aufenthalte und eine Fränkische Schule für Priester-Studenten aus seinem Reich errichten lassen. Papst Leo III. (795 - 816), der König Karl am Weihnachtstag 800 im Petersdom in einer umstrittenen aber letztlich von Karl akzeptierten Zeremonie krönt (Karl nennt sich fortan Kaiser), hatte dem Frankenherrscher dieses herausgehobene Grundstück geschenkt.

Bildquelle: © Bildpixel / PIXELIO.DE

Gebäudekomplex

Vatikan - Deutscher Friedhof

Informationstafel Campo Santo Teutonico, Rom - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Alexander Z. - Lizenz s.u.


Der Gebäudekomplex ist heute Sitz von drei Institutionen: Die Erzbruderschaft zur schmerzhaften Muttergottes der Deutschen und Flamen (Eigentümerin des Geländes), das Priesterkolleg „Collegio Teutonico“ (seit 1876) und das Römische Institut der Görres-Gesellschaft (seit 1888). Schwerpunkt: Christliche Archäologie und Kirchengeschichte, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut und der Mainzer Akademie der Wissenschaften. Auf dem Gelände des heutigen Friedhofs, der sich im frühen Mittelalter wesentlich weiter nach Norden ausdehnte, lag in der römischen Kaiserzeit wahrscheinlich der Circus von Caligula und Nero, in dem laut den Schriften des Tacitus während der Christenverfolgung hunderte als Märtyrer starben – so auch der Apostel Paulus im Jahr 64 n. Chr..


Kirche Santa Maria della Pietà

Vatikan - Deutscher Friedhof

Kirche Santa Maria della Pietà - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Alexander Z. - Lizenz s.u.


Die 1501 geweihte Kirche Santa Maria della Pietà wurde in einem schlichten Renaissance-Stil erbaut und im 17. Jahrhundert im Stil des Barock mit Statuen und Deckenfresken ausgeschmückt. Durch die Abnahme der deutschen Bevölkerung in Rom verfiel die Kirche über längere Zeit und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederhergestellt und durch neue farbige Fenster geschmückt. Von 1972 bis 1975 wurde sie umfassend restauriert. In der Kirche feierte Kardinal Ratzinger regelmäßig donnerstags die Frühmesse, bevor er zum Papst gewählt wurde.

Zugang

Vatikan - Deutscher Friedhof

Eingang zur Kirche Santa Maria della Pietà - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Alexander Z. - Lizenz s.u.


Bei der Errichtung des souveränen Vatikanstaates auf der Grundlage der Lateranverträge von 1929 blieb der Campo Santo Teutonico italienisches Staatsgebiet, erhielt aber den Status der Exterritorialität. In der letzten Phase des 2. Weltkrieges fanden zahlreiche politische Flüchtlinge im Campo Santo Teutonico Zuflucht. Auf dem Friedhof finden Sie u.a. die Gräber von Königinmutter Charlotte Friederike von Dänemark (gest. 1840) und dem Dichter Stefan Andres (gest. 1970). Der Zugang erfolgt nur über die Vatikanstadt und zwar der seitliche Eingang zwischen Palazzo Sant´Ufficio und den Kolonnaden.

Besichtigung

Vatikan - Deutscher Friedhof

Grabinschrift - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Alexander Z. - Lizenz s.u.



Die Besichtigung des Friedhofs von der Vatikanstadt aus ist täglich von 7 bis 12 Uhr und zu den Gottesdiensten der Chiesa Santa Maria della Pietà möglich (nicht jedoch während der Generalaudienzen oder ähnlichen Veranstaltungen auf dem Petersplatz). Besucher müssen sich bei den Schweizer Gardisten am Tor südlich des Petersdoms zwischen den Kolonnaden und dem Palazzo del Sant’Ufficio melden und in deutscher Sprache den Zugang zum Deutschen Friedhof oder Campo Santo Teutonico begehren. Die Eucharistie wird sonntags um 09.00 Uhr sowie montags bis samstags um 07.00 Uhr in deutscher Sprache (mittwochs in lateinischer, samstags in italienischer Sprache) gefeiert. Für deutschsprachige Pilgergruppen besteht die Möglichkeit, nach Voranmeldung bei der Erzbruderschaft mit ihrem begleitenden Geistlichen in Santa Maria della Pietà Gottesdienst zu feiern.

Quellenangabe:


Die Geschichte des deutschen Friedhofs in Rom basiert auf dem Artikel Campo Santo Teutonico (Stand vom 29.06.2008) und stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht zusammen mit den Fotos "Campo Santo Teutonico, Rom - Autor: Berthold Werner und den 5 Fotos "Eingang zur Kirche Santa Maria della Pietà; Grabinschrift; Informationstafel; Santa Maria della Pietà; Campo Santo Teutonico, Roma/Rom - Autor: Alexander Z. unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos sind lizenziert unter der Creative Commons "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported", deren Bedingungen Sie hier einsehen können.

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