Sehenswürdigkeiten im Vatikan Teil III
Rom
Blick auf die Peterskirche und den Passetto di Borgo
Campo Santo Teutonico
Vatikan - Deutscher Friedhof
Campo Santo Teutonico - Bildquelle: Pixelio.de
Der sogenannte "deutsche Friedhof" neben der Basilika von St. Peter ist an der Südseite des vatikanischen Hügels gelegen und seit dem 14. Jahrhundert als "Campo Santo Teutonico" bekannt. Es handelt sich hier um die älteste deutsche Nationalstiftung in Rom. Karl I. - der Grosse (742 - 814) - hatte auf dem Gelände im Jahr 781 einen Palast für seine Rom-Aufenthalte und eine Fränkische Schule für Priester-Studenten aus seinem Reich errichten lassen. Papst Leo III. (795 - 816), der König Karl am Weihnachtstag 800 im Petersdom....
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Das Observatorium
Schon in den ersten Jahrhunderten hatten die Päpste ihre Astronomen, die zum Beispiel das Datum der Ostersonntage vorausberechneten. Nach dem Beschluß des Konzils zu Nizäa (325 n. Chr.) sollte das Osterfest am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr stattfinden. Diese Berechnung des Osterdatums setzte eine genaue Kenntnis der komplizierten Mondbewegungen voraus. Die Geschichte der Vatikanischen Sternwarte beginnt mit der Gregorianischen Kalenderreform. Papst Gregor XIII. hat 1576 in Rom einen ersten Beobachtungsturm gebaut, der für astronomische und meteorologische Zwecke eingerichtet wurde.
Dieser Turm existiert als "Torre dei Venti" (Turm der Winde) heute noch. Berühmt ist vor allem sein reich geschmückter Meridian-Saal. An der südlichen Wand des Turms gibt es ein kleines Loch in Meridianhöhe.
Der Bahnhof des Vatikan
Der Vatikanstaat verfügt seit 1933 auch über einen eigenen Bahnhof mit 200 m Schienenstrecke. Angeblich ist das Bauwerk ein Geschenk des Duce (Benito Mussolini). Der Bahnhof wurde zuletzt nur noch zweimal 1979 (zum nächsten Bahnhof in Rom) und 2002 (nach Assisi) von Papst Johannes Paul II. benutzt. Seit 2003 ist hier ein Kaufhaus untergebracht. Ansonsten wird die Schienenstrecke nur noch zum Gütertransport benutzt. Das amtliche Kennzeichen von Fahrzeugen des Vatikan ist: SCV. Weiterhin verfügt der Vatikan verfügt über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz, eine eigene Postverwaltung und die Währung des Vatikan ist der Euro.
Päpstliche Sternwarte
Observatorium
Castel Gandolfo
Der Sonnenstrahl um zwölf Uhr fällt durch dieses Loch genau auf die hervorgehobene Meridianlinie, die in Nord-Süd-Richtung auf dem Boden des Saales markiert ist. Sie diente zur Justierung der Pendeluhr und zur Korrektur des Kalenders. Man konnte sowohl die Mittagszeit wie auch das Datum entsprechend der Mittagshöhe der Sonne auf der Meridianlinie ablesen. Am 21. März 1582 jedoch fiel der mittägliche Sonnenstrahl auf einen Punkt, der 60 Zentimeter vom ursprünglichen Punkt der Tag- und Nachtgleiche entfernt war. Dies überzeugte Papst Gregor XIII. von der Notwendigkeit einer Kalenderreform.
Der gregorianische Turm wurde später "Specola Vaticana" genannt, und bis heute ist dies der Name der päpstlichen Sternwarte in Castel Gandolfo. Papst Pius XI. ließ das Observatorium nach Castel Gandolfo, den Sommersitz der Päpste, verlegen. Dort sendet ein Radioteleskop jetzt täglich das Evangelium ins All.
Castel Gandolfo
Gandolfo ist ein Ort in den Albaner Bergen oberhalb des Albaner Sees ungefähr 20 km südöstlich von Rom in der Campagna Romana. Castel Gandolfo wird zu den Ortschaften der Castelli romani gezählt. Castel Gandolfo beherbergt die Sommerresidenz des Papstes. Die Residenz wurde von Papst Urban VIII. 1626 erbaut. Im Ostflügel des Gebäudes befindet sich die päpstliche Sternwarte Specola Vaticana, in der Priester den nächtlichen Sternenhimmel erforschen. Die Beobachtungsstation ist auch heute noch die einzige naturwissenschaftliche Forschungseinrichtung des Vatikans.
Geschichte
Castel Gandolfo
Ansprache des Papstes vom Balkon des Sommerpalastes
In den Lateranverträgen von 1929 wurde die Sommerresidenz (welche den Papstpalast, die Villa Cybo, den Palazzo Barberini, die Gärten des Belvedere, sowie einen Gutshof mit einer kleinen Landwirtschaft umfasst) als exterritoriale Besitzung des Heiligen Stuhls bezeichnet (mit einer Ausdehnung von 55 Hektar). Im Unterschied zur weitverbreiteten Meinung bedeutet dieser Status nicht, dass die päpstlichen Güter in Castel Gandolfo Teil des Territoriums des Staates der Vatikanstadt sind, sondern mit dem Status von ausländischen Vertretungsbehörden vergleichbar ist. Innerhalb der Residenz befindet sich ein Internationales Kongresszentrum der Fokolar-Bewegung.
Der Archäologe Jean-Baptiste Camille Corot führte um 1826 in Castel Gandolfo Ausgrabungen durch, deren Ergebnisse und die Verweise in historischen Quellen vermuten lassen, dass an der Stelle des heutigen Ortes um etwa 1100 bis 600 v. Chr. die antike Stadt Alba Longa lag. Alba Longa spielte in der römischen Mythologie bei der Gründung Roms eine herausragende Rolle.
Schätze des Vatikan
Der Schatz der Päpste besteht nicht aus Gold - sondern, man mag es kaum glauben, aus Papier. Abertausende Handschriften, teilweise über 2500 Jahre alt, lagern im Tresor unter einer atombombensicheren Betondecke. Dazu gehört auch das Buch der Bücher: die erste vollständige Bibel, eine 1600 Jahre alte griechische Handschrift (Codex Vaticanus). Der Wert des Codex Vaticanus wird auf über zehn Milliarden Euro geschätzt. In einem Tresor bewahrt der Vatikan auch seine Dechiffrier-Bücher auf. Alle Botschaften des Kirchenstaates wurden seit Jahrhunderten in einer Geheimschrift verfasst, die man nur mit Hilfe dieser Bücher entschlüsseln kann.
Vatikanische Museen
Die Vatikanischen Museen entstanden aus der Skulpturensammlung von Papst Julius II., die schon zu Lebzeiten des kunstsinnigen Mannes, im 16. Jahrhundert, Weltruhm erlangte. Dazu gehörten der Laokoon, die Schlafende Ariadne und der sogenannte Torso vom Belvedere. Fortan sammelten die Päpste nicht nur antike und mittelalterliche, sondern auch zeitgenössische Kunstwerke. Außerdem gehörte die Kirche zu den wichtigsten Auftraggebern von Künstlern, die sich bis zur Aufklärung fast ausschließlich in religiösen Werken ausdrückte.
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Vatikanische Pinakothek
Vatikanische Pinakothek
Gemälde von Sandro Botticelli 1445 - 1510
Maler wie Raffael oder Michelangelo schufen ihre Meisterwerke nicht nur im Auftrag der Kirche, sondern auch für den vatikanischen Palast selbst. Dazu gehören die weltberühmte Sixtinische Kapelle und die Stanzen. Heute bestehen die vatikanischen Museen aus einer ganzen Reihe von Einzelmuseen. Darunter eine Sammlung moderner Kunst (vor allem religiöse Themen - Museo Sacro), Museo Pio Clementino, ein ägyptisches und ein etruskisches Museum. Besonders interessant ist auch die Pinakothek, mit Bildern aus vielen Jahrhunderten.
Sammelleidenschaft
Vatikan
Die genannten Museen, die durch die Sammelleidenschaft einiger Päpste gegründet wurden, bilden zusammen die größte Kunstsammlung der Welt. Die Sammlung der Vatikanischen Pinakothek umfasst etwa 460 Gemälde und in den Räumen sind auch die Wandteppiche untergebracht, die nach Entwürfen von Raffael angefertigt wurden.
Vatikanische Grotten
Unter der Peterskirche befinden sich die vatikanischen Grotten. Hier sind die Gräber der Päpste zufinden und einiger Personen des Hochadels. Auch der verstorbene Papst Johannes Paul II. wurde hier beigesetzt. Die Grotten bestehen aus mehreren großen unterirdischen Räumen. Hier befinden sich etwa 20 der insgesamt 164 Papstgräber des Petersdoms, die in der Nähe des vermuteten Apostel - Grabes von Petrus angeordnet sind. Der Apostel Petrus wird von der Katholischen Kirche offiziell als erster Papst betrachtet und die Peterskirche wurde über der Stelle errichtet, wo sich nach kirchlicher Tradition und Überlieferung das Petrus - Grab befindet. Das Grab des Apostels ist in der Mitte der Grotten zu finden. Ausgrabungen in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts lieferten neue Erkenntnisse: Es wurde eine ganze Gräberstraße unter dem Petersdom freigelegt.
Nach Meinung der Archäologen ist es aber noch immer strittig, ob es sich tatsächlich um das Petrus-Grab handelt. Eine enge Treppe unter der Kuppel des Petersdoms führt in die Grotten herab. Sie werden jährlich von Millionen Gläubigen und Touristen aus aller Welt besucht.
Weitere Informationen zum Vatikan finden Sie auch hier:
Informationen zum Stadtstaat Vatikan
Touristische Informationen
Vatikanische Archive
Radio Vatikan
Quellennachweis:
Die Fotos "Grab von Papst Paul VI." und "Gartenansicht des Vatikan" stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.



















